Auszeichnungen - Holzbaupreis 2007

Holzbaupreis 2007

2007 wurden 138 außergewöhnliche und beispielhafte Projekte und Bauten aus Holz in Tirol eingereicht.

Es gab 8 Auszeichnungen:

Wohnbau: Haus in Matrei/Osttirol
Mehrfamilienwohnbau: Wohnanlage Schützenstraße, Innsbruck
Revitalisierung: Haus im Haus
Revitalisierung: Haus in Kufstein
Innenraumgestaltung: Bank für Tirol und Vorarlberg Schützenstraße, Innsbruck
Tourismus: Hotel Hinteregger, Matrei/Osttirol
Gewerbliches Bauwerk: Firmenzentrale Holzindustrie Pfeifer, Imst
Kommunikationsbauten: Feuerwerk, Fügen

Und 9 Anerkennungen:

Haus in Matrei/Osttirol

Bauherr
Familie G., Matrei in Osttirol
Architektur
Gerhard Mitterberger, Graz
Statik
Johann Riebenbauer, Graz
Ausführung
Holzbau Lusser, Kartitsch
Tischlerei Peter Rainer, Huben

 

Die Qualität dieses Einfamilienhauses liegt u.a. im großzügigen Lebensraum für eine Familie mit drei Kindern. Das Raumprogramm verbindet weite, offene Räume als innerfamiliäre Treffpunkte mit kleinteiligen Rückzugsorten für jedes Familienmitglied. Kraftvoll und doch auf eigene Art poetisch zeigt sich der Baukörper am Dorfrand, eingebunden in eine Siedlungsstruktur von Einfamilienhäusern. Der Außenkörper zeichnet die Umrisse der umliegenden Berglandschaft nach. Nach Norden schützt die
geschlossene dunkle Fassade vor dem kalten Tauernwind. Nach Südwesten in Richtung dem gegenüberliegenden Virgental öffnet sich die Holzkonstruktion in großflächige Terrassen- und Außenraumbereiche.
Der Massivholzbau löst meisterlich die statischen Grenzgänge dieses Projekts. Leichte, offene Räume entstehen und enorme Spannweiten werden scheinbar spielerisch überbrückt. Die Holzbox des Obergeschosses ist in stützende Massivholzwandscheiben im Wohnraum des Erdgeschosses über Stahlträger im Dachbereich zurückgehängt. Der Massivholzbau zeigt sich selbstbewusst auch im Innenraum. Hier beginnt ein Spiel der Materialien Stein, Holz und Glas. Höchste Exklusivität wird erreicht.

zurück zum Anfang

Wohnanlage Schützenstraße, Innsbruck

Bauherr
we-Wohnungseigentum GmbH, Innsbruck
Architektur
Helmut Reitter, Innsbruck
Statik
Alfred Brunnsteiner, Natters
Ausführung
Schafferer Holzbau GmbH, Navis

 

Die Antwort auf eine stark befahrene Strasse und die Schnittstelle zwischen Einfamilienhaussiedlung und Hochhausareal sind hier klar und eindeutig ausformuliert.
Die Wohnanlage zeigt Fassade zur Strasse. Nur eine eingeschossige Öffnung führt in den ruhigen Innenhof. Umrahmt von den zweiseitig benutzbaren Wohnungen wird der Innenhof mit Brunnenanlage und Sitzgelegenheiten zum halböffentlichen Treffpunkt der Bewohner. Die viergeschossige Wohnanlage ist eine Kombination aus Brettsperrholz und Holzständerbauweise.
Klar strukturierte Grundrisse, vorbildhafter Einsatz von Holzmaterialien sind neben den innovativen, neu entwickelten Lösungen in Bezug auf Schallschutz und Wärmeschutz ein Garant für höchste Lebensqualität im Bereich des mehrgeschossigen Wohnbaus. Schichtstoffplatten an der bewitterten Außenfassade und Lärchenholzverkleidungen an den geschützten Bereichen der Loggien zeigen die hochwertige Ausführung auch an der Außenhaut der Wohnanlage. Die Wohnqualität gewinnt durch das Material Holz in Verbindung mit hochqualitativer Architektur und innovativer Holzbautechnik. Einen besonderen Reiz versprühen die Dachgeschosswohnungen mit fantastischem Ausblick auf die Tiroler Bergwelt.

zurück zum Anfang

Haus im Haus, Innsbruck

Bauherr
Michael H., Innsbruck
Architektur
Daniel Fügenschuh, Innsbruck
Statik
Alfred Brunnsteiner, Natters
Ausführung
Siegfried Gurschler GesmbH, Innsbruck

 

Mut zum Experiment wird belohnt. Der Dachgeschoßausbau „Haus im Haus“ präsentiert ein Wohnerlebnis der besonderen Art. Von Abenteuerlichkeit bis zur Behaglichkeit reicht das Spektrum der Räume in, neben, dazwischen und unter den eingehängten und aufgesetzen Holzboxen. Wege, Treppen, Brücken und Stege führen durch die scheinbar schwebenden Räumlichkeiten. Zitate des Bauherrn: „Der Weg ist das Ziel“ – „Der Weg entsteht beim Gehen“. Freiräume, Zwischenräume, Nischenräume, geschlossene und offene Räume entstehen mit einem Aufruf zum Erleben.

Weit, klar und großzügig sind die Adjektive für dieses Raumerlebnis. Das Material Holz bewältigt bravourös diese statische Grenzwanderung. Die aussteifende Wirkung der Massivholzplatten gepaart mit der Leichtigkeit von Holz ermöglicht diese Konstruktion. Das Spiel der Räume zeigt nicht nur hohe architektonische Qualität, sondern auch ingenieurtechnische Höchstleistungen und beweist die konstruktiven Möglichkeiten von Holz als Baumaterial.

zurück zum Anfang

Haus in Kufstein

Bauherr
Familie K., Kufstein
Planung
Robert Pfurtscheller, Innsbruck
Ausführung
Pirmoser kg., Kufstein
Tischlerei Huber, Kirchbichl

 

Ein bestehender Wohnbau aus den 80-iger Jahren erhält ein neues Kleid und erfährt eine „Persönlichkeitsentwicklung“.
Die Unzufriedenheit der Bauherren mit der vorhandenen Situation führte dazu die Wohnvorstellungen zu überdenken, sich neu zu orientieren und damit die Wohnqualität im hohen Maß zu verbessern. Der Bestand wird strukturiert, teilweise geöffnet und wiederum geschlossen. Das Gesamtkonzept überzeugt. Es gelang mit radikalen aber gezielten Eingriffen eine optimal funktionierende Wohnraumaufwertung zu erreichen. Eine Architektur in hoher Qualität mit energetisch sinnvoller und baubiologisch einwandfreier Struktur entstand.
Das Baumaterial Holz wird gekonnt eingesetzt: Eine Hülle aus Holz übernimmt die klimatechnische Verpackung. Die aktuelle Aufgabe vorhandenen Wohnraum klimatechnisch und räumlich aufzuwerten, ist hier äußerst vorbildhaft gelöst.

zurück zum Anfang

Bank für Tirol und Vorarlberg Schützenstraße, Innsbruck

Bauherr
Bank für Tirol und Vorarlberg, Innsbruck
Architektur
Vogl-Fernheim zt GmbH, Innsbruck
Statik
Wolfgang Redlich, Innsbruck
Ausführung
Tischlerei Kirchmair GmbH, Inzing
Tischlerei Kluckner kg, Pettnau
Holzbau Höck GmbH, Kundl

 

Eine Bank entscheidet sich für Holz – nicht nur bei der Ausführung der Gebäudehülle, sondern vor allem auch bei der hochwertigen Ausführung der Innenraumgestaltung.
Das Entree der Bank ist gelungen und entspricht dem exquisiten Anspruch der Bankwelten. Ein elegantes Ambiente aus Holz und Glas umhüllt den Kunden und trägt auch für die Mitarbeiter zu einer angenehmen Atmosphäre bei. Holzmöbel werden zu Raummöbel. In architektonischer Sprache strukturieren sie den Innenraum. Sie trennen und verbinden, geben offene Bereiche für die Kundenbetreuung vor und strukturieren die Rückzugsorte für Besprechungen und Arbeitsbereiche. Raumhohe Regalschränke fungieren nicht nur als Trennwände, sondern verbergen auch einen eingebauten Küchenblock. Das Design spielt mit der Farbigkeit und der Struktur des Holzes: Dunkles Holz setzt Akzente im Foyerbereich und helles Holz im Arbeitsbereich
sowie im Verbindungsraum.
Die raffinierte Lichtführung durch die Konstruktion der Gebäudehülle unterstreicht die Szenerie der Raummöbel aus Holz.

zurück zum Anfang

Hotel Hinteregger, Matrei in Osttirol

Bauherr
Familie Hradecky, Matrei in Osttirol
Architektur
Reinhard Madritsch, Innsbruck
Statik
zsz Ingenieure zt-GmbH, Innsbruck
Ausführung
Steiner Holzbau GmbH & Co kg, Matrei in Osttirol
Tischlerei Robert Mattersberger, Matrei in Osttirol
Tischlerei Hubert Spitzenstätter, Radfeld
Tischlerei Franz Strasser, Abfaltersbach

 

Ein Hotel im neuen Glanz zeigt Holz. Zukunfts- und somit richtungsweisend ist das Hotel Hinteregger für die Tourismusindustrie. Für den Zu-, Um- und Neubau entschieden sich die Bauherren für das Material Holz in Kombination mit Lehm. Die Grenzen zwischen Alt und Neu sind eindeutig ersichtlich. Ein hölzerner klarer Raumkörper steht selbstbewusst im gewachsenen Ortskern. Der gesamte Trakt war ehemals ein Kinosaal. Als stützenfreier Rohbau wird er zum Fundament für die Erweiterung in Holzbauweise. Die Konstruktion erfolgt im klaren Raster mit Brettsperrholz-Wandelementen und einer gedämmten Holzelementdecke. Ebenfalls aus Brettsperrholz-Elementen sind die nordseitig vorgelagerten Loggien. Diese hängen statisch vom obersten Geschoss ab. Einfache Lärchenholzhaut umhüllt die gesamte Struktur. In den Innenräumen erzeugt funktionales Design Exklusivität.
Raffinierte Details aus Tischlerhand beleben den Raum: Beleuchtete Randfugen der Holztrennwände und der Eingangsbereiche führen das Auge.

zurück zum Anfang

Firmenzentrale Holzindustrie Peifer, Imst

Bauherr
Holzindustrie Pfeifer GmbH & Co kg, Imst
Architektur
Florian Lutz.Daniela.Amann.Architekten zt-Gesellschaft oeg, Innsbruck
Statik
merz kaufmann partner gmbh, Dornbirn
Ausführung
at-Thurner Bau GmbH, Imst
Tischlerei Sailer, Wenns

 

Holzindustrie baut mit Holz. Das zeugt von Identität und schafft Glaubwürdigkeit. Als stimmiges Gesamtkonzept präsentiert sich die Firmenzentrale der Holzindustrie Pfeifer. Umgeben von Baumstämmen und Schnittholzstapeln erhebt sich der Holzbau auf einer großflächigen Sockelzone. Kühn begrüßt eine weit ausladende Dachkonstruktion in Holzbauweise den Besucher und setzt sich als Holzkubatur selbstbewusst in Szene. Von der Konstruktion bis zum Detail, von der Aussenarchitektur bis zum Innenraum ist das Konzept durchdacht und zeigt ein funktionierendes Gesamtbild. Die Arbeitsbereiche werden von Holz und Licht geprägt. Raummöbel aus Holz gestalten die Gangflächen zwischen den Büros. Es entstehen großräumige Staubereiche, aber vor allem eine wertvolle Kommunikationszone. Im Inneraum prägen die heimischen Holzarten Eiche, Lärche und Fichte das Bild. Das Bau- und Designmaterial Holz zeigt sich in gelungener Weise in der Konstruktion bis hin zum Möbelstück und weiter bis hin zur Energieversorgung: eine Pelletsanlage sorgt für den Energiefluss.

zurück zum Anfang

Feuerwerk, Fügen

Bauherr
Franz Binder GesmbH, Fügen
Architektur
Helmut Reitter, Innsbruck
Statik
Alfred Brunnsteiner, Natters
Ausführung
Grossmann Bau GmbH & Co.kg, Rosenheim⁄ D
Tischlerei Gerhard Kienpointner GmbH, Waidring
Tischlerei Decker GmbH, Itter

Holz goes public. Die Multifunktionalität des Holzes präsentiert das Biomasseheizwerk „Feuerwerk“ in Fügen.
Im Ambiente von Kultur und Kunst wird Holz zum Energielieferanten. Deutlich sichtbar umschreibt die Architektur die Funktionsabläufe der Energieproduktion:
Die Verbrennung findet im roten Kesselhaus statt. Transportwege, z.B. in Form des Schrägförderers, sind klar erkennbar. Im gläsernen Würfel im Zentrum der Anlage werden die Abgase gewaschen. Das Feuerwerk zeigt klar und deutlich seine Funktionen und präsentiert sich selbstbewusst. Ein Holzkörper mit innovativem Tagwerk zum Teil aus hochbelastbaren Leimholzwerkstoffen überspannt 28 Meter. Er schwebt 18 Meter auskragendin 17 Meter höhe und beherbergt einen Seminarraum für 200 Personen, einen Dachgarten und eine Skybar. Moderne Interpretation der Tradition zeigt der Saal Franz mit großflächigen Zirbenholz-Dreischichtplatten, die in klarer Form den Raum bestimmen. Die Außenhaut besteht aus Lärchendreischichtplatten im unbewitterten Bereich und sägerauen Lärchenbrettern im Außenbereich. Das Feuerwerk ist ein Sprachrohr zur Öffentlichkeit und somit als Industriekulturbau zu bezeichnen und zu bewerten.

zurück zum Anfang

Anerkennungen