Projekte - Tiroler Holzbauszenarien

Tiroler Holzbauszenarien

Innsbruck ist eine von sieben Tiroler HolzbauszenarienPartnerstädten (Early Adopter Cities) im EU-Innovationsprojekt Build-in-Wood. In diesen Städten, u.a. London, Amsterdam und Kopenhagen, finden jeweils drei städtespezifische Workshops statt, bei denen die Städte mit lokalen Vertreterinnen und Vertretern der Holzbaubranche, Planenden und Bauträgern zusammenkommen.

Unter der Organisation von Build-in-Wood Projektpartnern proHolz Tirol und rtd Services OG sowie der Stadtplanung Innsbruck fand am 21. September 2021 Innsbrucks zweiter Early Adopter City Workshop statt. Bürgermeister Georg Willi begrüßte die insgesamt 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Plenarsaal des Rathauses. Willi sprach seine Unterstützung für den Holzbau in Tirol aus und betonte die Relevanz der Nutzung lokaler Ressourcen – so wie das Holz aus den Wäldern, die Innsbruck umgeben.

Der von Wolfram Allinger (rtd services OG) moderierte Workshop war in kurzweilige Abschnitte unterteilt:
• Begrüßung durch proHolz Tirol Vorstandsvorsitzenden Manfred Saurer
• Vorstellung der Förderprojekte Build-in-Wood und BIGWOOD (Interreg Italien-Österreich) – Verfolgung ähnlicher Ziele auf regionaler und internationaler Ebene; von Simon Holzknecht (proHolz Tirol)
• Überblick der Arbeit Build-in-Woods mit allen Partnerstädten von Sabina Leopa (Urbasofia, Rumänien), Leiterin der Städtebeteiligung, per Video
• Vorstellung von Trondheims innovativem Nachhaltigkeitsansatz von Lena Weyerhäuser (proHolz Tirol) | Beispiel: 9-stöckiges Holz-Studentenwohnheim Moholt 50/50
• Vorstellung des flexiblen Build-in-Wood Bausystems, von Simon Holzknecht (proHolz Tirol)
• Wiederverwendete Holzprodukte (per Video) von Andreas Stenstad (Norwegisches Institut für Holztechnologie)
• Digitalisierung im Holzbau (per Video) von Karel Vinckier (hsbcad)

Welche Szenarien sind für die kommenden Jahre realistisch?

Die Teilnehmer diskutierten untereinander mögliche Szenarien für den Holzbau in Innsbruck und Tirol. Dabei kamen etwa folgende Fragen auf:

  • Wie kann sichergestellt werden, dass lokale Unternehmen die steigende Nachfrage bedienen können?
    Erhöhung der Kapazitäten (Maschinen, Produktionen)
    Steigender Fachkräftebedarf
    Sicherstellung der Rohstoffverfügbarkeit (Mobilisierung/Bereitstellung der in ausreichender Menge vorhandenen Forstressourcen; 75 % Privatwaldbesitz in Tirol)

  • Wie gehen wir bei Gebäuden aus den 70er / 80er Jahren vor, die entweder saniert oder abgerissen und neu gebaut werden müssen?
  • Wie können wir die Komplexität des Holzbaus reduzieren, um diesen weiter zu forcieren?
    Etablierung eines standardisierten Gebäude-/Bausystems
    Kein „One-Fits-All“-System: individuelle Anpassbarkeit muss möglich sein
    Systematisierung verringert die erforderlichen Qualifikationen/Erfahrung der Arbeitskräfte
    Erreichen der Akzeptanz standardisierter Lösungen auch bei Architekten, die gerne frei/kreativ planen
  • Wie kann das Fördersystem den Herausforderungen des Klimawandels begegnen?
    Berücksichtigung von Kosten über den gesamten Lebenszyklus hinweg
    Betrachtung des kompletten ökologischen Fußabdrucks inkl. Baumaterialien

Es herrschte Konsens unter den Workshop-Teilnehmern, dass die Holzbaubranche in den kommenden Jahren weiter wachsen wird und damit zahlreiche neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

  • Ein digitales „Pilotprojekt“ in Holzbauweise für Innsbruck?

Echte physische Gebäude können im Rahmen von Build-in-Wood nicht gebaut werden. Was das Projekt aber jeder Early Adopter City anbieten kann, ist ein digitales Pilotprojekt.

Das Pilotprojekt basiert dabei auf dem im Projekt entwickelten Build-in-Wood Bausystem, welches Standardisierung und individuelle Anpassungsfähigkeit vereint. In Trondheim, Norwegen, wurde im Zuge des digitalen Pilotprojekts die Renovierung eines bestehenden mehrstöckigen Gebäudekomplexes mit drei Ansprüchen modelliert:
energetische Sanierung
Barrierefreiheit (für ältere oder behinderte Menschen)
Schaffung von Begegnungszonen

Die Workshop-Teilnehmenden zeigten ein breites Interesse an einem solchen digitalen Pilotprojekt für Innsbruck. Ein weiteres Treffen mit ausgewählten Stakeholdern ist bereits in Planung.

BILDER v.l.n.r.

Bürgermeister Willi begrüßt WorkshopteilnehmerInnen und spricht Bekenntnis zum Holzbau aus. © proHolz Tirol

Der zweite Build-in-Wood Workshop fand Ende September in Innsbrucks Rathaus statt. © proHolz Tirol

Digitaler Pilot für Trondheim © Waugh Thistleton Architects